Abteilung renovierungs-muh:
Oder: Von einem, der auszog, einen Kubikmeter Beton zu kaufen.

Vermeintlich eine Sache, die nicht schwer sein sollte. Könnte man denken.
Denkste, weit gefehlt.

Als ich am Montag zum Telefonhörer griff, war die Welt noch in Ordnung. Meine Baumeister haben mir einen Zettel gegeben, auf denen sie fein säuberlich aufschrieben, was ich bestellen soll: »1 m³ Estrich B15 erdfeucht mit Verzögerer«. Der Heizungsmensch gab mir einen Tip, den Herrn K. von der Röfa anzurufen. Denn da werde ich geholfen, um mal den alten Versprecherwerbesloagen zu bemühen.
Der Herr K. war auch ein netter Mensch, der mir aber als allererstes sagte, daß Samstag niemand Beton liefert. Nunja, damit hatte ich gerechnet. Mein Ausweichtermin war Freitag, 16-17 Uhr. Also 16 Uhr sei das späteste, was überhaupt gehe, schränkte er meine Möglichkeiten weiter ein. Was kann denn ich dafür.
Als nächstes sagte er mir, daß er »Estrich B15« leider gar nicht kenne. Hä, wie jetzt? Aber er war hilfreich und fragte, was ich denn damit tun wölle. Nun bin ich ja leider nicht vom Fach, was ich ihm auch sagte, und so erzählte ich weiter, daß meine Baumänner immer von »Unterbeton« gesprochen hatten, den sie als Grund in die ausgeschachtete Küche kippen wollen.
“Ahhh, da weiß ich was sie brauchen.” Mir fiel ein Stein vom Herz.
“Da nehmen wir C1215, erdfeucht, ok, und wenn sie unbedingt wollen, machen wir noch einen 2 Stunden Verzögerer mit rein.” Wenn er das sagt, meinetwegen. Hauptsache, ich bekomme noch diese Woche meinen Beton, sonst wackelt arg der Zeitplan. Und das tat er so schon, seit mich kurz darauf mein Freund R. - seines Zeichens auch Bauarbeiter und Lehrausbilder - über die notwendigen Trocknungszeiten von Beton unterrichtete.
“Allerdings”, hub Herr K. wieder an, “muß ich noch was klären, rufen Sie am Donnerstag nochmal an, dann machen wir das fest.” Klar, kein Problem, Hauptsache Beton.

Gestern war nun Donnerstag und so rief ich wieder an.
Zum Glück saß ich.
“Tut mir leid, aber das wird am Freitag nichts.”, sagte Herr K. “Wie haben da ne Schulung und wegen einem Kubik heizen wir die ganzen Materialien nicht auf, ist doch alles gefroren, das lohnt sich nicht. Tut mir leid, daß ich Ihnen da nicht helfen kann.”
Also von der wirtschaftlichen Seite kann ich ihn durchaus verstehen, aber das hat er doch sicher schon alles am Montag gewußt.
Da saß ich nun und hatte keinen Beton.
Der Kollege R. kommt ja auch aus meiner Gegend und rief mal eben seinen Bruder an und fragte, wer bei uns denn noch so Beton rührt. Und empfahl: Venusberg LPG oder Limex.
Nun, die LPG macht schon lange nicht mehr in Beton, wie mir eine nette Frau am Telefon sagte und verwies mich ebenfalls an Limex.
Bei Limex sagte mir eine andere Frau, daß sie gerade keinen Beton hätten. Mist. Aber ich solle doch mal in der BHG in Waldkirchen anrufen. Die hätten auch eine Mischanlage. Ach?
In der BHG verband man mich mit einem Herrn W., der mir sagte, daß deren Mischanlage aber noch nicht in Betrieb sei. Wegen der Temperaturen. Schade, war ich hörbar geknickt.
“Aber”, fuhr Herr W. fort, “wir fahren trotzdem Beton.” Wie das denn? “Wir holen den aus Chemnitz.” Irgendwie waren mir die Chemnitzer Betonrührer bei der Websuche entgangen. Was ich denn brauche.
Also bei dem, was ich mit dem Kubik machen wolle, würde er bei den Temperaturen eher C2025 nehmen und mit einen Multicar bringen. Kosten: Beton ca 90 und Anlieferung ca 30 Goldrandtaler. Gebongt! Allerdings müssen wir wegen der Lieferzeit nochmal reden ... Morgen früh.
Heute Morgen kurz nach dem Aufstehen dann das Telefonat. Die Chemnitzer Betonrührer machen 13 Uhr Schluß, d.h. der Multicar ist 13.30 Uhr mit dem Beton hier. Kurze Rückfrage bei meinen Baumeistern: Geht klar.
*Pust*
Jetzt habe ich endlich meinen Kubikmeter Beton. Sehr nervenaufreibend, so ein Bau. Und irgendwie muß ich dabei immer an den alten DDR-Film »Der Baulöwe« mit dem unvergesslichen Rolf Herricht denken.

Und morgen erzähle ich von der Jagd nach dem Ofen.

Countdown: t minus 8 Wochen
26.02.2010 - Kommentare: 0
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